Bei Ebbe bildet das Watt eine große, begehbare Zone

Ein Paradies für Fischer ... Eine Besonderheit des Watts der Insel Ré: es beherbergt zahlreiche Fischschleusen.

 

Aufklärung sorgt für besseren schutz


An der Zahlstation zeigen die Flaggen eindeutig an, dass Sie nun das Watt betreten. Bei dem schutzwürdigen Bereich handelt es sich um den Teil des Strands, der bei Ebbe nicht mehr mit Wasser bedeckt ist und Kiesel, Felsen oder tiefe Pfützen zu Tage treten lässt. Dieser sensible Lebensraum ist zur Heimat vieler Arten geworden, die bei Muschelsammlern besonders beliebt sind: Miesmuscheln, Austern, verschiedene Venusmuschelarten, Herzmuscheln, bunte Kammmuscheln oder auch Scheidenmuscheln gehören zu den beliebtesten Schalentieren. Bei den Krustentieren werden Taschenkrebse, Schwimmkrabben und Garnelen am meisten geschätzt. Aber diese Arten sind gefährdet.

Das Sammeln von Muscheln  findet in allen Altersgruppen begeisterte Anhänger. Nicht selten sieht man, wie Großeltern und Enkel mit Käscher und Eimer ausgerüstet gemeinsam den vom Wasser frei gegebenen Strand absuchen. Bei Ebbe ist der Leuch urm Chauveau zu Fuß zu erreichen und zieht viele Menschen an.

Bevor man sich auf Muschelsuche begibt, sollte man sich einige Regeln ins Gedächtnis rufen, damit die Artenvielfalt im Wa erhalten bleibt: Es ist wichtig, bei jeder Art die vorgeschriebene Mindestgröße zu beachten. Überall auf der Insel sind kleine Schablonen zum Messen der Funde erhältlich, so dass man die zu kleinen Exemplare ins Wasser zurücklegen kann. Außerdem gilt: die Höchstmenge beträgt 5 kg, nur traditionelle Hilfsmittel sind zugelassen und Steine dürfen nicht bewegt werden.

 

« Dieser natürliche Lebensraum besitzt so viel natürliche Schönheit und Reichtum ... Man muss ihm mit Respekt begegnen ... Fische, Muscheln und Krustentiere kommen hier zur Welt. Drehen wir die Steine nicht um »


HÄTTEN SIE DAS GEWUSST?

> Ein Taschenkrebs wird 8 cm groß. In dieser Größe erreicht er nach drei bis vier Jahren die Geschlechtsreife. Von Juli bis Oktober häutet er sich. In dieser Zeit ist er nicht für den Verzehr geeignet. Er kann bis zu 20 Jahre alt werden. 

> Schwimmkrabben pflanzen sich ab einem Alter von einem Jahr fort. Nach drei Jahren haben sie eine Größe von 10 cm erreicht. Taschenkrebse und Schwimmkrabben paaren sich jährlich im Winter. Im Sommer schlüpfen die Jungen aus dem Ei. 

> Garnelen pflanzen sich drei Mal pro Jahr fort, d. h. im Frühjahr, im Sommer und im Winter. Die Anzahl der Eier nimmt mit dem Alter zu. Dreijährige Weibchen können bis zu 25 000 Eier legen. Die Jungen schlüpfen je nach Wassertemperatur früher oder später. Männchen können nach zwei Jahren das Geschlecht wechseln.

Wie die meisten Krustentiere kann die Herzmuschel bis zu zehn Jahre alt werden. Mit zwei Jahren ist sie ausgewachsen. Miesmuscheln sind schon nach einem Jahr ausgewachsen. In der Regel liegt die Fortp anzungsphase der zweischaligen Weichtiere zwischen März und Juli. 

Zum Fangen der Scheidenmuscheln ist außer Salz kein weiteres Werkzeug nötig. Aber man muss schnell sein, da sie sich sonst in kürzester Zeit 40 cm bis 50 cm tief in den Sand eingraben. 

Dreht man Steine um, um Krabben aufzuscheuchen, stirbt die Flora und mit ihr die angelagerten Larven.


Im Übrigen gibt es zahlreiche Kontrollen: Jeder Fund kann überprüft und jeder Sammler bestraft werden. Wichtiger als Strafen sind jedoch Aufklärung und Sensibilisierung der Menschen. Denn wenn das natürliche Gleichgewicht der Arten und ihr Biorhythmus nicht respektiert werden, ist das Ökosystem stark gefährdet. Deshalb wurde im letzten Frühjahr auf Initiative der Inselgemeinden eine Kampagne entwickelt, die mit Plakaten darauf aufmerksam macht. Muscheln sammeln ist ein Vergnügen für die ganze Familie.

Wenn wir dabei die Natur achten, können in späteren Jahren auch unsere Kinder und Enkel Freude daran haben.

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